Transport & Ankunft: Die ersten Tage

Von der Flugpatenschaft bis zum ersten Tag zu Hause — so bereitest du die Ankunft deines Auslandshundes vor.

7 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026

Flugpatenschaft vs. Landtransport

Es gibt zwei Hauptwege, wie Auslandshunde nach Deutschland kommen: per Flugpatenschaft oder per Landtransport. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, und die Wahl hängt oft vom Herkunftsland und der vermittelnden Organisation ab.

Flugpatenschaft:Ein Reisender nimmt den Hund als „Übergepäck“ mit auf seinen Flug. Der Hund reist in einer zugelassenen Transportbox im Frachtraum (bei großen Hunden) oder unter dem Sitz (bei kleinen Hunden bis ca. 8 kg). Vorteile: Schneller (wenige Stunden statt 2–3 Tage), weniger Stress durch kürzere Reisezeit. Nachteile: Abhängig von verfügbaren Flugpaten, nicht alle Airlines erlauben Tiere.

Landtransport: Organisierte Sammeltransporte per Sprinter oder Bus, oft über 2–3 Tage mit Zwischenstopps. Vorteile: Günstiger, regelmäßige Fahrten (oft alle 2–4 Wochen), kein Flugpate nötig. Nachteile: Längere Reisezeit bedeutet mehr Stress für den Hund, Hunde reisen mit vielen anderen Hunden zusammen.

Kosten: Flugpatenschaft ca. 150–300 EUR, Landtransport ca. 100–200 EUR. Die Transportkosten sind oft in der Schutzgebühr enthalten — frag bei der Organisation nach.

Die richtige Transportbox

Für den Flugtransport ist eine IATA-konforme Transportbox Pflicht. Sie muss groß genug sein, dass der Hund darin stehen, sich drehen und hinlegen kann. Material: Hartschale (Kunststoff), mit Lüftungsschlitzen an mindestens drei Seiten, verschließbar mit Metallschrauben (keine Plastikclips).

Für den Landtransport nutzen Organisationen meist eigene Boxen oder Gitterboxen im Transporter. Für zu Hause solltest du trotzdem eine eigene Transportbox bereitstellen — sie wird zum sicheren Rückzugsort für deinen neuen Hund.

Die ersten Stunden zu Hause

Die Ankunft ist für deinen Auslandshund ein enormer Umbruch. Er kennt weder dich noch die Umgebung, die Gerüche oder die Geräusche. Die ersten Stunden entscheiden maßgeblich über den Verlauf der Eingewöhnung.

Die wichtigsten Regeln für die Ankunft:

  • Ruhe bewahren: Kein Empfangskomitee, keine aufgeregten Kinder, keine laute Musik. Nur die engsten Bezugspersonen sollten da sein.
  • Doppelte Sicherung: Geschirr plus Halsband mit zwei Leinen. Viele Auslandshunde sind Fluchtexperten — ein durchgerutschtes Halsband und der Hund ist weg.
  • Erster Spaziergang: Kurze Runde direkt nach der Ankunft, damit der Hund sich lösen kann. Ruhige, reizarme Strecke wählen.
  • Futter und Wasser: Bereitstellen, aber nicht erwarten, dass er frisst. Viele Hunde fressen die ersten 24–48 Stunden nichts — das ist normal.
  • Kein Bedrängen: Dem Hund Zeit lassen. Nicht anfassen, hochheben oder in die Enge treiben. Er kommt, wenn er bereit ist.

Ruhezone einrichten

Dein Auslandshund braucht von Anfang an einen festen Rückzugsort — einen Platz, an dem er sich sicher fühlen kann und an dem er nie gestört wird. Das kann eine offene Box, ein abgegrenzter Bereich mit Decke oder ein ruhiges Zimmer sein.

So richtest du die Ruhezone ein:

  • Ruhiger Ort, nicht im Durchgangsbereich (kein Flur, keine Küche)
  • Weiche Unterlage (Decke oder Hundebett)
  • Wassernapf in Reichweite
  • Leicht gedämpftes Licht (keine grelle Deckenlampe)
  • Keine erzwungene Nähe — der Hund entscheidet, wann er rauskommt

Manche Auslandshunde verkriechen sich die ersten Tage komplett in ihrer Ruhezone. Das ist kein Grund zur Sorge — es ist ein gesundes Coping-Verhalten. Lass ihn in Ruhe und feiere jeden kleinen Schritt, den er freiwillig macht.

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Zusammenführung mit anderen Haustieren

Wenn du bereits einen Hund oder eine Katze hast, ist eine behutsame Zusammenführung entscheidend. Auslandshunde kennen oft kein Zusammenleben mit anderen Tieren in einem Haushalt.

Mit einem vorhandenen Hund:

  • Erstes Treffen auf neutralem Boden (Park, nicht zu Hause)
  • Beide an der Leine, locker, kein Druck
  • Getrennte Futter- und Schlafplätze in den ersten Wochen
  • Keine Ressourcen-Konkurrenz (Spielzeug, Leckerlis nur einzeln geben)
  • Nicht alleine lassen, bis die Hierarchie geklärt ist

Mit einer Katze:

  • Katze muss immer Fluchtmöglichkeit nach oben haben
  • Getrennte Zimmer mit Tür dazwischen (Schnüffelkontakt)
  • Hund an der Leine, wenn Tür zum ersten Mal geöffnet wird
  • Geduld: Die Gewöhnung kann Wochen bis Monate dauern

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