Mittelmeerkrankheiten beim Hund

Welche Krankheiten bei Auslandshunden öfter vorkommen und warum ein früher Tierarzt-Check sinnvoll ist.

10 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026

Was sind Mittelmeerkrankheiten?

Mittelmeerkrankheiten sind Infektionen, die vor allem in Süd- und Osteuropa häufiger vorkommen. Übertragen werden sie meist durch Zecken oder Mücken. Für Hunde aus dem Auslandstierschutz ist das wichtig, weil manche Krankheiten schon im Körper stecken können, obwohl der Hund bei der Ankunft gesund wirkt.

Viele Auslandshunde zeigen anfangs gar nichts Auffälliges. Genau deshalb solltest du nach der Ankunft einen Mittelmeer-Check beim Tierarzt fest einplanen. Die wichtigsten Erreger sind:

  • Leishmanien — übertragen durch Sandmücken
  • Ehrlichien — übertragen durch braune Hundezecke
  • Babesien — übertragen durch Auwaldzecke
  • Herzwürmer (Dirofilarien) — übertragen durch Stechmücken
  • Anaplasmen — übertragen durch Zecken

Leishmaniose — die häufigste Gefahr

Leishmaniose ist die bekannteste und gefürchtetste Mittelmeerkrankheit. Sie wird durch den Stich der Sandmücke (Phlebotomus) übertragen und befällt das Immunsystem des Hundes. Die Inkubationszeit kann Monate bis Jahre betragen — ein Hund kann also bei der Ankunft symptomfrei sein und erst später erkranken.

Typische Symptome:

  • Haarausfall, besonders um Augen und Ohren (sogenannte „Brillenbildung“)
  • Schuppige, krustige Haut und nicht heilende Wunden
  • Übermäßiges Krallenwachstum
  • Gewichtsverlust trotz normalem Appetit
  • Geschwollene Lymphknoten und Milzvergrößerung
  • Nasenbluten und Lahmheit (bei Gelenkbefall)

Wichtig: Leishmaniose ist beim Hund nicht heilbar, aber behandelbar. Mit der richtigen Medikation (Allopurinol, teilweise in Kombination mit Miltefosin oder Antimonpräparaten) können betroffene Hunde ein gutes Leben führen. Die Behandlung ist allerdings lebenslang und erfordert regelmäßige Blutkontrollen alle 3–6 Monate.

Ehrlichiose & Babesiose

Ehrlichiose wird durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen. Der Erreger Ehrlichia canis befällt die weißen Blutkörperchen und kann unbehandelt zu schweren Blutbildveränderungen führen. Symptome sind Fieber, Appetitlosigkeit, Nasenbluten und Schwäche. Im Gegensatz zur Leishmaniose ist die Ehrlichiose mit Antibiotika (Doxycyclin, 28 Tage) in der Regel heilbar, wenn sie früh erkannt wird.

Babesiose— auch „Hundemalaria“ genannt — wird durch die Auwaldzecke übertragen. Die Erreger (Babesia canis) zerstören die roten Blutkörperchen. Symptome sind hohes Fieber, dunkler Urin, Gelbsucht und starke Abgeschlagenheit. Babesiose ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden (Imidocarb-Injektion).

Anaplasmose verläuft oft milder und wird ebenfalls durch Zecken übertragen. Symptome ähneln der Ehrlichiose (Fieber, Lahmheit, Blutungsneigung). Auch hier ist die Behandlung mit Doxycyclin meist erfolgreich.

Herzwürmer (Dirofilariose)

Herzwürmer werden durch Stechmücken übertragen und siedeln sich als adulte Würmer in den Lungenarterien und im rechten Herzen an. Eine Infektion bleibt oft monatelang symptomlos. Erste Anzeichen sind Husten, Leistungsschwäche und Atemnot. Im fortgeschrittenen Stadium drohen Herzversagen und Lungenembolie.

Die Behandlung ist komplex und nicht ungefährlich: Absterbende Würmer können Blutgefäße verstopfen. Die Therapie mit Melarsomin (Immiticide) dauert mehrere Monate und erfordert strikte Bewegungsruhe. Kosten: 800–2.000 EUR je nach Schweregrad.

Prävention: Monatliche Spot-on-Präparate oder Tabletten (z. B. Milbemax, Advocate) schützen vor einer Neuinfektion. Bei Hunden aus Risikogebieten sollte diese Prophylaxe ab der Ankunft in Deutschland fortgeführt werden.

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Tierarztkosten bei Auslandshunden besser einordnen

Wenn du nach diesem Thema auch OP- oder Krankenversicherung für deinen Hund verstehen willst, findest du hier den ruhigen Überblick.

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Kosten der Behandlung

Die Behandlungskosten bei Mittelmeerkrankheiten variieren stark — abhängig von Erreger, Schweregrad und ob eine lebenslange Therapie nötig ist:

ErkrankungEinmalige KostenJährliche Kosten
Leishmaniose200–500 EUR (Diagnostik)500–2.000 EUR (lebenslang)
Ehrlichiose150–400 EURmeist einmalig
Babesiose300–800 EURmeist einmalig
Herzwürmer800–2.000 EURProphylaxe ca. 100 EUR
Anaplasmose100–300 EURmeist einmalig

Fazit: Besonders bei Leishmaniose summieren sich die Kosten über die Jahre schnell auf 5.000–15.000 EUR. Gerade bei Auslandshunden lohnt es sich deshalb, das Thema Versicherung früh mit Ruhe anzuschauen.

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