Erster Tierarzt-Check nach Ankunft

Der Mittelmeer-Check beim Tierarzt ist Pflicht — welche Tests dein Auslandshund braucht und was sie kosten.

6 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026

Wann zum Tierarzt? Die 48-Stunden-Regel

Egal wie gesund dein Auslandshund bei der Ankunft aussieht — ein Tierarztbesuch innerhalb der ersten 48 Stunden ist Pflicht. Viele Erkrankungen (besonders Mittelmeerkrankheiten) zeigen anfangs keine Symptome, können aber unbehandelt schwere Folgen haben.

Informiere den Tierarzt vorab, dass es sich um einen Auslandshund handelt und aus welchem Land er kommt. So kann die Praxis die richtigen Tests vorbereiten und genug Zeit einplanen — ein Auslandshund-Erstcheck dauert deutlich länger als eine normale Untersuchung.

Tipp: Nimm alle Unterlagen mit, die du von der Tierschutzorganisation erhalten hast: EU-Heimtierausweis, Impfpass, bisherige Testergebnisse, bekannte Vorerkrankungen. Je mehr der Tierarzt weiß, desto gezielter kann er untersuchen.

Der Mittelmeer-Check im Detail

Der Mittelmeer-Check (auch Reisekrankheiten-Profil genannt) ist ein Bluttest, der auf die häufigsten Mittelmeerkrankheiten testet. Getestet wird in der Regel auf:

  • Leishmaniose — Antikörper-Test (IFAT oder ELISA), ggf. PCR
  • Ehrlichiose — Antikörper-Schnelltest oder IFAT
  • Babesiose — Blutausstrich oder PCR
  • Anaplasmose — Antikörper-Test (oft im Kombi-Schnelltest)
  • Herzwürmer (Dirofilariose) — Antigen-Schnelltest

Kosten des Mittelmeer-Checks:

TestKostenDauer
Schnelltest (4DX Combo)40–70 EUR15 Minuten
Leishmaniose IFAT (Labor)30–50 EUR3–5 Werktage
Großes Blutbild50–80 EUR1–3 Werktage
Kompletter Mittelmeer-Check150–300 EUR3–5 Werktage

Wichtig: Ein negativer Test direkt nach der Ankunft ist keine Garantie. Manche Erreger (besonders Leishmanien) brauchen Wochen bis Monate, bis Antikörper nachweisbar sind. Deshalb empfehlen Tierärzte eine Wiederholung nach 6 Monaten.

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Tierarztkosten absichern

Der Mittelmeer-Check allein kostet bis zu 300 EUR. Mit einer Hundekrankenversicherung sind auch Folgekosten gedeckt.

Einfachen Überblick ansehen

Impfstatus prüfen & auffrischen

Viele Auslandshunde haben zwar eine Tollwutimpfung (Pflicht für die Einreise), aber der restliche Impfschutz ist lückenhaft oder unklar. Der Tierarzt sollte den kompletten Impfstatus prüfen und fehlende Impfungen nacholen:

  • Staupe — hochansteckend, oft tödlich, vor allem im Ausland verbreitet
  • Parvovirose — besonders für Welpen und junge Hunde gefährlich
  • Leptospirose — übertragbar auf Menschen, Impfung jährlich auffrischen
  • Hepatitis (HCC) — Teil der Kombi-Impfung (SHPPi)
  • Tollwut — prüfen, ob Auffrischung nötig (alle 1–3 Jahre je nach Impfstoff)

Wichtig: Nicht alles auf einmal impfen! Ein geschwächtes Immunsystem (nach langem Transport, Stress, mögliche Vorerkrankungen) verträgt nicht mehrere Impfungen gleichzeitig. Dein Tierarzt wird einen individuellen Impfplan erstellen.

Entwurmung & Parasitenschutz

Auslandshunde sind fast immer mit Parasiten belastet — Würmer, Flöhe, Zecken und manchmal Milben. Eine gründliche Entwurmung und ein Parasitenbehandlungsplan gehören zum Erstcheck dazu:

  • Entwurmung: Breitband-Wurmkur (Milbemax oder Drontal) als erste Maßnahme. Kotprobe im Labor bestätigt, ob spezielle Würmer (z. B. Herzwürmer) vorhanden sind.
  • Flöhe: Spot-on-Präparat oder Tablette (z. B. Simparica, Bravecto). Wichtig: Auch die Umgebung behandeln (Schlafplatz, Sofa, Auto).
  • Zecken: Zeckenschutz ganzjährig sinnvoll, besonders bei Hunden die zuvor viel draußen gelebt haben. Kombipräparate schützen vor Zecken, Flöhen und Milben.

Kosten Erstversorgung Parasiten: Rechne mit ca. 50–100 EUR für die erste Runde (Wurmkur + Spot-on + ggf. Umgebungsspray). Laufend: ca. 15–30 EUR pro Monat für regelmäßigen Parasitenschutz.

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