Was kostet ein Auslandshund wirklich?

Schutzgebühr ist nur der Anfang — die echten Kosten eines Auslandshundes mit Tierarzttests und Behandlungen.

7 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026

Schutzgebühr: 250–450 EUR

Die Schutzgebühr ist die Grundgebühr, die du an die Tierschutzorganisation zahlst. Sie deckt in der Regel die bisherigen Kosten des Tieres: Unterbringung, Futter, Grundimmunisierung, Kastration und den Transport nach Deutschland.

Die Höhe variiert je nach Organisation und Herkunftsland:

  • Spanien/Portugal: 300–450 EUR (oft inklusive Transport)
  • Griechenland: 250–400 EUR
  • Rumänien: 250–350 EUR
  • Türkei: 300–450 EUR (höhere Transportkosten)

Was die Schutzgebühr beinhaltet: Kastration/Sterilisation, Grundimpfung (Tollwut + Kombi), Mikrochip, EU-Heimtierausweis, ggf. Mittelmeertest, Transport. Manche Organisationen listen die Leistungen einzeln auf — wenn nicht, frag nach.

Vorsicht bei extrem niedrigen Schutzgebühren (unter 150 EUR): Das kann ein Hinweis auf unseriöse Vermittlung sein. Die tatsächlichen Kosten pro Hund liegen für seriöse Organisationen bei 300–500 EUR — eine zu niedrige Gebühr bedeutet entweder, dass an der Versorgung gespart wird oder dass mit Masse gearbeitet wird.

Transportkosten

Die Transportkosten sind oft in der Schutzgebühr enthalten. Falls nicht, kommen folgende Kosten hinzu:

  • Landtransport (Sammeltransport): 100–200 EUR
  • Flugpatenschaft: 150–300 EUR (abhängig von Airline und Hundegröße)
  • Eigene Abholung mit Auto: Spritkosten + ggf. Fähre + IATA-Box

Dazu kommen die Kosten für eine Transportbox (50–150 EUR für eine gute Hartschalenbox), falls du keine von der Organisation gestellt bekommst.

Erstausstattung

Die Erstausstattung für einen Auslandshund unterscheidet sich kaum von der für einen Welpen — mit einer wichtigen Ergänzung: der doppelten Sicherung.

PostenKosten
Sicherheitsgeschirr (ausbruchsicher)40–80 EUR
Halsband + Schleppleine25–50 EUR
Hundebett / Decke30–80 EUR
Näpfe (Futter + Wasser)15–30 EUR
Transportbox50–150 EUR
Futter (Erstvorrat, 1 Monat)30–60 EUR
Gesamt Erstausstattung190–450 EUR

Besonders wichtig beim Auslandshund: Ein Sicherheitsgeschirrmit doppelter Sicherung (Geschirr + Halsband, verbunden durch Karabiner). Auslandshunde sind oft „Houdinis“ — sie können sich aus normalen Geschirren und Halsbändern befreien, besonders in Paniksituationen.

Tierarzt-Erstcheck: 200–500 EUR

Der erste Tierarztbesuch nach der Ankunft ist eine der größten Einzelausgaben. Was anfällt, hängt vom Gesundheitszustand des Hundes ab:

  • Allgemeine Untersuchung: 30–50 EUR
  • Mittelmeer-Check (Bluttests): 150–300 EUR
  • Großes Blutbild: 50–80 EUR
  • Kotprobe: 20–40 EUR
  • Entwurmung: 15–30 EUR
  • Fehlende Impfungen: 50–80 EUR
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Tierarzt-Erstcheck Auslandshund: 200 €500 €

Der Mittelmeer-Check allein kostet bis zu 300 EUR. Kommt eine Behandlung dazu, sind 500 EUR schnell erreicht. Eine Hundekrankenversicherung deckt diese Kosten ab.

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Laufende Kosten bei Vorerkrankungen

Wenn dein Auslandshund eine Mittelmeerkrankheit mitbringt (was bei Hunden aus Südeuropa nicht ungewöhnlich ist), kommen laufende Behandlungskosten hinzu:

  • Leishmaniose: 500–2.000 EUR/Jahr (Medikamente + Blutkontrollen alle 3–6 Monate)
  • Herzwürmer (nach Behandlung): ca. 100 EUR/Jahr für Prophylaxe
  • Chronische Ehrlichiose: 200–500 EUR/Jahr (Blutbild-Kontrollen)

Gesamtkosten im ersten Jahr: Rechne mit 1.000–2.500 EURfür Schutzgebühr, Erstausstattung, Tierarzt-Erstcheck und erste Behandlungen. Ab dem zweiten Jahr stabilisieren sich die Kosten bei 150–300 EUR/Monat für einen gesunden Auslandshund (Futter, Versicherung, Parasitenschutz, Tierarzt).

Fazit:Ein Auslandshund ist nicht „günstiger“ als ein Hund vom Züchter. Die Schutzgebühr ist zwar niedriger als ein Kaufpreis, aber die Tierarztkosten im ersten Jahr können das mehr als ausgleichen. Dafür gibst du einem Hund ein neues Leben — und das ist unbezahlbar.

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