Die Ernährung in den ersten Lebensmonaten legt den Grundstein für die Gesundheit deines Hundes. Welpen wachsen rasant und brauchen eine andere Nährstoffzusammensetzung als erwachsene Hunde. Falsches Futter kann zu Wachstumsstörungen, Gelenkproblemen und lebenslangen Gesundheitsproblemen führen.
Wachstumsphasen und Nährstoffbedarf
Ein Welpe durchläuft verschiedene Wachstumsphasen mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf. In den ersten 4 Wochen ernährt er sich ausschließlich von Muttermilch. Ab der 4.–5. Woche beginnt die Zufütterung mit weichem Welpenfutter (Brei). Ab der 8. Woche -- wenn der Welpe bei dir einzieht -- frisst er komplett festes Welpenfutter.
Die intensivste Wachstumsphase liegt zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat. In dieser Zeit kann ein Welpe sein Gewicht verdoppeln oder verdreifachen. Der Energiebedarf ist etwa doppelt so hoch wie bei einem erwachsenen Hund gleicher Größe. Gleichzeitig muss die Kalzium- und Phosphor-Versorgung stimmen, damit sich Knochen und Gelenke korrekt entwickeln.
Große Rassen (Endgewicht über 25 kg) wachsen langsamer und länger als kleine Rassen. Für sie gibt es spezielles Welpenfutter mit angepasstem Kalzium-Gehalt. Zu viel Kalzium bei großen Rassen führt zu Knochenwachstumsstörungen wie OCD (Osteochondrosis dissecans) -- eine Erkrankung, die eine teure OP erfordern kann.
Kalzium und Phosphor: Das richtige Verhältnis
Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis ist der wichtigste Ernährungsfaktor beim Welpen. Es sollte bei 1,2:1 bis 1,5:1 liegen. Zu viel Kalzium stört die Knochenreifung, zu wenig führt zu instabilen Knochen. Beide Extreme können irreversible Schäden verursachen.
Hochwertiges Welpenfutter hat dieses Verhältnis bereits korrekt eingestellt. Problematisch wird es, wenn du zusätzlich Kalzium supplementierst -- etwa durch Knochenmehl, Eierschalen oder Kalziumtabletten. Das ist bei Welpenfutter nicht nötig und kann mehr schaden als nutzen. Auch die Zugabe von Frischfleisch ohne Berechnung kann das Verhältnis verschieben.
Für Welpen großer Rassen (Golden Retriever, Labrador, Deutsche Dogge) empfehlen Tierernährungsexperten einen Kalziumgehalt von maximal 1,5 % in der Trockenmasse. Bei kleinen Rassen darf es etwas mehr sein, da sie schneller ausgewachsen sind.
Wie oft füttern? Von 4-mal bis 2-mal täglich
Welpen haben einen kleinen Magen und einen hohen Energiebedarf. Deshalb wird die Tagesmenge auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt:
- 8.–12. Woche: 4 Mahlzeiten pro Tag (morgens, mittags, nachmittags, abends)
- 3.–6. Monat: 3 Mahlzeiten pro Tag
- Ab 6. Monat: 2 Mahlzeiten pro Tag
Füttere zu festen Zeiten und nimm den Napf nach 15–20 Minuten weg, auch wenn nicht alles gefressen wurde. Das etabliert einen Fütterungsrhythmus und verhindert, dass der Welpe den ganzen Tag über am Napf knabbert.
Die Tagesmenge richtet sich nach dem erwarteten Endgewicht, nicht nach dem aktuellen Gewicht. Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist ein guter Startpunkt, sollte aber an den individuellen Welpen angepasst werden. Wenn du die Rippen leicht fühlen (aber nicht sehen) kannst, stimmt die Menge.
Worauf du bei Welpenfutter achten solltest
Gutes Welpenfutter erkennst du an diesen Kriterien: Fleisch als erste Zutat (mindestens 30 % tierisches Protein), ein deklariertes Kalzium-Phosphor-Verhältnis, keine künstlichen Farb- und Konservierungsstoffe und die Kennzeichnung "Alleinfuttermittel für Welpen".
"Alleinfuttermittel" bedeutet, dass das Futter alle benötigten Nährstoffe enthält und keine Ergänzung nötig ist. "Ergänzungsfuttermittel" dagegen deckt den Bedarf nicht allein ab -- hier müsstest du gezielt supplementieren, was für Laien riskant ist.
Ob Trocken- oder Nassfutter für den Welpen -- beide Varianten sind geeignet, solange die Qualität stimmt. Viele Züchter empfehlen, beim Einzug zunächst beim gewohnten Futter zu bleiben und erst nach 2–3 Wochen Eingewöhnung langsam umzustellen. Ein abrupter Futterwechsel kann zu Durchfall führen, der bei Welpen schnell gefährlich werden kann.
Tierarztkosten absichern
Ob Allergie-Diagnostik, Darm-OP oder chronische Erkrankung -- eine Hundekrankenversicherung übernimmt die Kosten beim Tierarzt.
Einfachen Überblick ansehenUmstellung auf Adult-Futter
Der Zeitpunkt der Umstellung hängt von der Rassegröße ab:
- Kleine Rassen (bis 10 kg): Ab 9–12 Monaten
- Mittlere Rassen (10–25 kg): Ab 12–15 Monaten
- Große Rassen (über 25 kg): Ab 15–24 Monaten
Die Umstellung sollte langsam über 7–10 Tage erfolgen: Mische zunächst 25 % Adult-Futter unter das Welpenfutter, steigere dann auf 50 %, 75 % und schließlich 100 %. Bei Verdauungsproblemen einen Schritt zurückgehen und langsamer steigern.
Ein häufiger Fehler: Zu früh auf Adult-Futter umstellen. Wenn der Welpe noch wächst, braucht er die höhere Nährstoffdichte des Welpenfutters. Umgekehrt ist zu spätes Umstellen bei kleinen Rassen kein Drama, kann aber zu leichtem Übergewicht führen.
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