"Wie viel Futter braucht mein Hund?" -- diese Frage stellen sich Hundebesitzer täglich. Die Antwort hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Futterart ab. Zu viel macht dick, zu wenig macht krank. Hier erfährst du, wie du die optimale Futtermenge berechnest.
Futtermenge berechnen: Die Grundformel
Die empfohlene Futtermenge richtet sich nach dem Idealgewicht deines Hundes (nicht dem aktuellen Gewicht, falls er über- oder untergewichtig ist) und der Energiedichte des Futters.
Als Faustregel für Trockenfutter gilt:
- Kleine Hunde (bis 10 kg): 1,5–2,5 % des Körpergewichts pro Tag
- Mittlere Hunde (10–25 kg): 1,2–2 % des Körpergewichts pro Tag
- Große Hunde (über 25 kg): 1–1,5 % des Körpergewichts pro Tag
Beispiel: Ein 20-kg-Hund braucht etwa 240–400 g Trockenfutter pro Tag (1,2–2 %). Die große Spanne erklärt sich durch den unterschiedlichen Energiebedarf: Ein Couchpotatoe-Labrador braucht weniger als ein aktiver Border Collie mit dem gleichen Gewicht.
Bei Nassfutter ist die Menge etwa 3–4 mal so hoch wie bei Trockenfutter, weil der Wassergehalt den Großteil des Gewichts ausmacht. Der gleiche 20-kg-Hund braucht also 600–800 g Nassfutter pro Tag.
Anpassung nach Aktivitätslevel
Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung geht von einem durchschnittlich aktiven Hund aus. Aber was ist durchschnittlich? Passe die Menge an den tatsächlichen Energieverbrauch an:
- Wenig aktiv (2x 20 Min. Gassi, kein Sport): Fütterungsmenge am unteren Rand oder 10 % weniger
- Normal aktiv (2x 45 Min. Gassi, gelegentlich Spielen): Standard-Fütterungsmenge
- Sehr aktiv (2+ Stunden Bewegung, Hundesport, Arbeitshund): 20–30 % mehr als Standard
- Hochleistung (Schlittenhund, Jagdhund im Einsatz): Bis zu 50 % mehr als Standard
Beachte auch saisonale Schwankungen: Im Winter brauchen Hunde, die viel draußen sind, 10–15 % mehr Energie für die Thermoregulation. Im heißen Sommer bewegen sich die meisten Hunde weniger und brauchen entsprechend weniger Futter.
Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf um etwa 20–30 %. Wenn du die Futtermenge nicht anpasst, wird dein Hund innerhalb weniger Monate deutlich zunehmen. Die meisten Tierärzte empfehlen, direkt nach der Kastration die Futtermenge um 20 % zu reduzieren.
Der Rippen-Test: Über- und Unterfütterung erkennen
Die Waage allein reicht nicht, um das Idealgewicht deines Hundes zu beurteilen -- ein muskulöser Hund kann schwerer sein als ein gleichgroßer Hund mit wenig Muskelmasse. Nutze stattdessen den Body Condition Score (BCS), auch bekannt als Rippen-Test:
Idealgewicht (BCS 4–5 von 9):
- Rippen leicht fühlbar, aber nicht sichtbar
- Taille von oben erkennbar (Einbuchtung hinter den Rippen)
- Bauchline von der Seite leicht nach oben gezogen
Übergewicht (BCS 6–7): Rippen nur mit Druck fühlbar, keine Taille erkennbar, Bauch auf Höhe der Brust oder tiefer. Reduziere die Futtermenge um 10–15 % und kontrolliere nach 4 Wochen erneut.
Untergewicht (BCS 1–3): Rippen deutlich sichtbar, Beckenknochen hervorstehend, keine Fettreserven tastbar. Erhöhe die Futtermenge um 10–15 % und suche den Tierarzt auf, um gesundheitliche Ursachen auszuschließen.
Futtermenge-Tabelle nach Gewicht
Diese Tabelle zeigt die ungefähre tägliche Futtermenge für Trockenfutter mit einer durchschnittlichen Energiedichte von 360 kcal/100 g (normal aktiver, gesunder, erwachsener Hund):
| Gewicht | Futter pro Tag | Aufgeteilt auf |
|---|---|---|
| 5 kg | 80–120 g | 2 Mahlzeiten |
| 10 kg | 140–200 g | 2 Mahlzeiten |
| 15 kg | 190–270 g | 2 Mahlzeiten |
| 20 kg | 240–340 g | 2 Mahlzeiten |
| 25 kg | 280–400 g | 2 Mahlzeiten |
| 30 kg | 320–450 g | 2 Mahlzeiten |
| 40 kg | 400–560 g | 2 Mahlzeiten |
| 50 kg | 470–650 g | 2–3 Mahlzeiten |
Diese Werte sind Richtwerte. Die tatsächliche Menge hängt von der Energiedichte deines spezifischen Futters ab -- prüfe immer die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung und passe anhand des Rippen-Tests an.
Tipp: Verwende eine Küchenwaage statt des Messbechers. Messbecher sind ungenau, weil die Dichte von Trockenfutter je nach Marke stark variiert. 100 g von Futter A können optisch doppelt so viel aussehen wie 100 g von Futter B.
Tierarztkosten absichern
Ob Allergie-Diagnostik, Darm-OP oder chronische Erkrankung -- eine Hundekrankenversicherung übernimmt die Kosten beim Tierarzt.
Einfachen Überblick ansehenDie 5 häufigsten Fütterungsfehler
1. Leckerlis nicht einrechnen: Training-Leckerlis, Kausnacks und Tischreste werden oft "vergessen". 10 kleine Leckerlis am Tag können 50–100 kcal extra bedeuten -- bei einem kleinen Hund sind das 10–15 % der Tagesration.
2. Nach Augenmaß füttern: Ohne Waage verschätzen sich die meisten Besitzer. Studien zeigen, dass Hundebesitzer die Futtermenge im Schnitt um 20–50 % überschätzen, wenn sie nach Augenmaß füttern.
3. Futter stehen lassen: "Free feeding" (Futter den ganzen Tag im Napf lassen) führt bei den meisten Hunden zu Übergewicht. Besser: Feste Fütterungszeiten und den Napf nach 15–20 Minuten wegnehmen.
4. Zu viele Snacks aus Mitleid: Der bettelnde Blick ist schwer zu widerstehen, aber konsequentes Nicht-Füttern am Tisch ist für die Gesundheit deines Hundes essentiell.
5. Futtermenge nicht anpassen: Der Bedarf ändert sich mit dem Alter, der Jahreszeit und nach einer Kastration. Prüfe alle 3–6 Monate, ob die Menge noch stimmt.
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